Comenius-Projekt/ERASMUS+


Erasmus-Projekt Industrie 4.0 wurde zum Projekt für TGS BBZ-Schüler

(Quelle: Saarbrücker Zeitung, 29.09.2017)

 

 

Neunkirchen. Projektarbeit auf europäischer Ebene ist am TGSBBZ Neunkirchen nichts Neues, so heißt es jetzt in einer Pressemitteilung. Mit dem aktuellen Projekt mit der Partnerschule im Krakau stellte sich das Berufsbildungszentrum Neunkirchen den Anforderungen der Industrie 4.0. Durch die Ausstattung des Automatisierungslabors des Berufsbildungszentrums konnte so ein technisch anspruchsvolles mechatronisches System entwickelt werden. Schwerpunkt war die Statistische Prozesskontrolle (SPC), mit der die Stabilität von industriellen Fertigungsprozessen überwacht wird.

 

Hierzu wurden von den Auszubildenden beider Schulen zwei unterschiedliche Lösungen für die gleiche Aufgabenstellung entwickelt. Mehrere funktionswichtige Merkmale einer Getriebewelle waren messtechnisch zu erfassen und statistisch auszuwerten. Dazu dient eine selbstentwickelte Messstation mit induktiven Messtastern und einer linearen Vorschubeinheit. Das anspruchsvolle Projekt, das durch das Erasmus-Programm finanziert wurde, erstreckte sich über einen Zeitraum von fast zwei Jahren. Bereits im Herbst letzten Jahres besuchte die Partnerschule aus Krakau das TGSBBZ Neunkirchen. Hier wurden erste Absprachen zur Realisierung des Projektes getroffen. In mehreren gemeinsamen Schulungen in englischer Sprache wurden die Projektteilnehmer in die Theorie der Statistischen Prozesskontrolle vertiefend eingeführt.

 

In gegenseitigen zehntägigen Besuchen in der europäischen Partnerstadt standen neben dem Erarbeiten von fachlichen Lösungen auch der kulturelle Austausch im Vordergrund. Seinen Abschluss fand das Projekt in der Präsentation am TGSBBZ Neunkirchen.

Das Erasmusteam
Das Erasmusteam
Schulleiter Herr Hussong lässt sich die Anlage erläutern.
Schulleiter Herr Hussong lässt sich die Anlage erläutern.

Krakauer in Neunkirchen

Schüler und Lehrer der polnischen Partnerschule ZSM1 besuchten das Technisch-gewerbliche und Sozialpflegerische Berufsbildungszentrum Neunkirchen

Wo führt man Gäste hin, die zum ersten Mal das Saarland besuchen? An die Saarschleife natürlich.

Dort trafen sich vom 29. September bis zum 08. Oktober 2016 3 Lehrer und 15 Schüler aus dem polnischen Krakau am Morgen nach ihrer Ankunft in Deutschland mit ihren Gastgebern vom TGS BBZ Neunkirchen. Für die polnischen Lehrer war es bereits der dritte Aufenthalt im Saarland. Die Begrüßung fiel herzlich aus, man hat sich schließlich bereits kennen und schätzen gelernt.

Der jetzige Besuch fand im Rahmen des von der EU initialisierten Programms Erasmus+ statt. Beide Schulen bearbeiten ein gemeinsames technisches Projekt. Es geht dabei um moderne Messtechnik, genauer, um statistische Prozesskontrolle (SPC) in der industriellen Serienfertigung. Die Schüler konzipieren und konstruieren eine Messvorrichtung, mit der sich anhand von computerunterstützten Messungen Aussagen über die Qualität der von ihnen selbst produzierten Teile machen lassen. Hört sich kompliziert an, ist es auch.

Insgesamt fand an vier Tagen gemeinsamer fachspezifischer Unterricht in Theorie und Praxis statt, u.a. auch eine Softwareschulung durch die Firma MESAS, einem engagierten Sponsor des Projekts. Von Vorteil waren dabei die Englischkenntnisse beider Schülergruppen: sowohl Praxisunterricht und Schulung wie auch Theorieunterricht wurden in englischer Sprache durchgeführt. Die Einsicht in die Bedeutung einer gemeinsamen Sprache im gemeinsamen Europa war dabei für viele Schüler mehr als überzeugend.  

Einerseits gemeinsames Arbeiten am Projekt, andererseits aber auch ein umfangreiches Rahmenprogramm sollten deutschen und polnischen Schülern abseits von Schule auch andere Einblicke in der Region vermitteln.

So fand neben einem Ausflug nach Trier auch eine Besichtigung der Kaiserstadt Speyer statt, wo sich Schüler und Lehrer ein Bild von Altstadt und Dom machen konnten, aber auch das dortige Technikmuseums besuchten, für Schüler von zwei Technikschulen fast ein Muss.

Einen Tag später, am Tag der deutschen Einheit, ging es schon früh nach Straßburg. Dort angekommen wurde während eines Rundganges durch „La petite France“ und den Besuch der Kathedrale die Schönheit dieser „europäischen Hauptstadt im Elsass“ bewundert. Danach sollte das eigentliche Highlight des gesamten Rahmenprogramms folgen: Die deutsch-polnische Gruppe war zu einer Besichtigung ihres gemeinsamen europäischen Parlaments eingeladen. Allein schon von außen war man fast erschlagen von der imposanten Architektur des Parlamentsgebäudes. Nach einer kurzen Einführung durch Herrn Ismail Ertug, MEP, in den Parlamentsalltag wurde die Gruppe in den beindruckenden Plenarsaal geführt, wo gerade eine Sitzung unter Vorsitz des Parlamentspräsidenten Martin Schulz über die zukünftige Zusammenarbeit von EU und AKP- Staaten stattfand.

Nach 10 ereignisreichen Tagen im Saarland kam dann der Abschied bei einem gemeinsamen Grillen am TGS BBZ Neunkirchen: Die jungen Leute sind sich näher gekommen, haben Vorurteile abgebaut und ihr Projekt vorwärts gebracht. Alle Beteiligten sind sich darüber einig, wie wichtig und nachhaltig EU-Programme wie Erasmus+ für junge Menschen für das Zusammenwachsen des gemeinsamen Europas sind.

Die deutschen Schüler freuen sich jedenfalls schon jetzt auf den Gegenbesuch in Krakau im nächsten Frühjahr. Während dieses Besuches wird die gemeinsam konstruierte Messvorrichtung in Betrieb genommen. Am letzten Projekttag findet eine Präsentation vor der Schulleitung, dem Schulträger, politischen Vertretern sowie Vertretern aus Firmen aus Krakau, die sich mit dieser Thematik befassen, statt.

 

Bericht: Karl-Heinz Six


Internationales Seminar für Koordinatoren von Austauschprojekten zwischen Partnerschulen aus Polen und Deutschland

Faszination Beruf: Unterstützung der Arbeitsqualität der berufsbildenden Schulen durch internationale Projekte, die berufliche Interessen der Schüler entwickeln

Innerhalb eines internationalen Seminars in Krakau – Kleinpolen vom 16.03.2015 bis zum 20.03.2015 informierte sich eine saarländische Delegation bestehend aus drei Berufsschul-lehrern, dem Schulleiter des TGS BBZ Neunkirchens Bernd Jacob und der Vertreterin des Ministeriums für Bildung und Kultur Frau Dr. Eva Backes Miller über die berufliche Bildung Polens sowie die Bedeutung internationaler Austauschprojekte für Schülerinnen und Schüler.

Höhepunkt der Tagung war eine regionale Konferenz in der ZSM Nr. 1 Krakau mit der Teilnahme von Schulleitern aus berufsbildenden Schulen der Woiwodschaft Kleinpolens, Vertretern der Schulträger, der Schulaufsicht und Arbeitgebern aus der Region. Nach Begrüßung der anwesenden Gäste durch die Schulleiterin der ZSM Nr. Frau Bozena Mayer-Gawron kam

es zu Grußworten durch die Vertreterin des Ministeriums für Bildung und Kultur aus dem Saarland, Frau Dr. Eva Backes-Miller. Hiernach wurde der Kern der Konferenz „Modernisierung der technodidaktischen Basis der berufsbildenden Schulen in den Jahren 2007 bis 2013 sowie deren finanzielle Unterstützung im Rahmen des regionalen Operationsprogramms der Woiwodschaft Kleinpolen für die Jahre 2014 bis 2020 durch Herrn Dariusz Styrna, dem Direktor des Departements für die andauernde Bildung des Marschallamtes der Woiwodschaft Kleinpolen, vorgestellt. Im Anschluss daran informierte die stellvertretende Direktorin des Programms Erasmus +, Frau Izabela Laskowska über neue finanzielle Mittel für Schulen im Rahmen des Programms Erasmus + 2014 bis 2020.

Als beispielhafte, bereits durchgeführte Projekte im Rahmen des inter-nationalen Austauschs innerhalb der beruflichen Bildung präsentierten zwei deutsche Partnerschulen ihre bereits durchgeführten Partnerschaftsprojekte. Das Technisch-gewerbliche und sozialpflegerische Berufsbildungszentrum Neunkirchen stellte, personell vertreten durch Frau Niedermeier und Herr Six, das mit der ZSM Nr. 1 realisiertes Comenius-Projekt vor. Die technische Berufsschule Mainz informierte über ihr durchgeführtes DPJW-Projekt.

In der Zusammenfassung der Erfahrungen mit internationalen Austauschprojekten referierte Frau Mayer-Gawron über Bedeutung, Motivation und Erfolg durchgeführter und angestrebter Partnerschaftsprojekte.

Kulturell wurden den Teilnehmern der Delegation aus dem Saarland das wunderschöne Krakau einschließlich historischem Museum unter dem Hauptmarkt sowie die Tuchhallen und der Rathausturm, der Bischofspalast mit dem „Papstfenster“ von Johannes Paul II, der Waweldrache vor dem Eingang zur Drachenhöhle auf dem Wawel, und vieles, vieles mehr, nähergebracht. Auf eigenen Wunsch der Beteiligten kam es auch zur Besichtigung des Konzentrationslagers Auschwitz-Buchenwald sowie der bei Auschwitz entstandenen deutsch-polnischen Jugendbegegnungsstätte.

Am Ende des Seminars erhielten alle Teilnehmer eine schriftliche Teilnahme-bestätigung in Form einer Urkunde und überreichten kleine Geschenke.

 Das TGS BBZ Neunkirchen hat im Rahmen von Erasmus + einen neuen Projektantrag ausgearbeitet und strebt eine weitere Zusammenarbeit und Partnerschaft mit der ZSM Nr.1 in Krakau an.

 Wir hoffen in diesem Zusammenhang auf eine positive Rückmeldung von Seiten der verantwortlichen Zulassungsbehörden.

 

Allen Beteiligten an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für den angenehme Aufenthalt und die ausgezeichnete Unterstützung.

 

 

Bericht: B. Jacob TGS BBZ Neunkirchen


Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.


Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 8 Juni 2012 Ausgabe Neunkirchen
Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 8 Juni 2012 Ausgabe Neunkirchen

Bildungsreise nach Polen

Neunkircher Schüler fliegen nach Polen

 Am Samstag, 09. März 2013 ist es so weit:
Im Rahmen der europäischen COMENIUS-Schulpartnerschaft für lebenslanges Lernen fliegen 10 SchülerInnen und 4 LehrerInnen des Berufsbildungszentrums Neunkirchen zum Besuch zur polnischen Partnerschule nach Krakau. Die SchülerInnen sind vorwiegend Auszubildende verschiedener Betriebe in den Landkreisen Neunkirchen und St. Wendel, wie MTD Wolf Garten, Eberspächer Exhaust Technology GmbH & Co. KG, Saarstahl Neunkirchen, bfw Neunkirchen, Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr St. Wendel, Fa. Sänger, Fresenius Medical Care Deutschland GmbH und von der Firma SaarOTEC aus St. Ingbert.

 Im Sommer 2012 verbrachte bereits eine gleich große Gruppe polnischer SchülerInnen und LehrerInnen aus Krakau 10 Tage in Neunkirchen. Damals war das Konzept der zwei gemeinsam zu entwickelnden automatischen Bohrvorrichtungen besprochen worden: Teile aus einem Stapelmagazin sollen einzeln gespannt, gebohrt, ausgeschoben, gegriffen und durch eine Schwenkeinrichtung in einem Sammelbehälter abgelegt werden. Die Schüler des TGS BBZ Neunkirchen, Auszubildende in den Berufen Industrie- und Werkzeugmechaniker, waren für den mechanischen Teil zuständig, die polnischen Schüler, größtenteils Mechatroniker, werden die Anlagen mit den zugehörigen elektrotechnischen Komponenten ausstatten. Die Arbeit der Auszubildenden aus Neunkirchen wurde vor kurzem unter tatkräftiger Mithilfe der schuleigenen Werkstatt und der Ausbildungswerkstätten der einzelnen dualen Partnerbetriebe fertiggestellt und die Anlagen danach nach Krakau verschickt. Dort werden im Moment die zur Steuerung erforderlichen elektrotechnischen Arbeiten mit den polnischen SchülerInnen vorgenommen.

 

Schüler des TGS BBZ Neunkirchen bei Montagearbeiten. Von links: Stefan Feld, Tobias Borr, Adrian Finkler.
Schüler des TGS BBZ Neunkirchen bei Montagearbeiten. Von links: Stefan Feld, Tobias Borr, Adrian Finkler.

Die Anlagen werden dann von beiden Gruppen bei diesem Besuch in Krakau in Betrieb genommen und unter verschiedenen Aufgabenstellungen mit einer SPS programmiert. Außer diesen gemeinsamen Projektarbeiten wartet ein umfangreiches Besuchsprogramm auf die deutsche Gruppe: Stadtführungen in Krakau, Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz, Ausflug in die Hohe Tatra und vieles andere mehr. 

Das gesamte Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission im Rahmen der Comenius-Schulpartnerschaft finanziert.

 Am 19. März erfolgt dann nach einer sicherlich in vielen Belangen interessanten Reise der Rückflug nach Deutschland.

 

Bericht: Manuela Niedermeier, Neunkirchen, 25.02.2013


Präsentation der technischen Entwicklung der Bohrvorrichtung

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Dokumentation unseres 10 tägigen Aufenthalts in Krakau

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Die Firma Eberspächer berichtet über Comenius- Projekt

In der internen Zeitschrift "ETeam" erzählen zwei Azubis über ihrer Erlebnisse in Polen

"Neunkircher Azubis zu Gast in Polen

 

Austausch  Das EU-Projekt nennt sich „Programm für lebenslanges Lernen“. Doch zwei Neunkircher Eberspächer-Azubis haben von ihrer Bildungsreise nach Polen auch viele „Eindrücke fürs Leben“ mitgebracht.

 

„Am meisten hat uns die Gastfreundschaft in Polen beeindruckt“, betonen Alexander Benn und Stefan Feld, beide Industriemechaniker im 2. Ausbildungsjahr. Anfang März waren die beiden Eberspächer-Azubis mit acht weiteren Berufsschülern und vier Lehrkräften des Berufsbildungszentrums Neunkirchen (TGS BBZ) zum Besuch ihrer Partnerschule nach Krakau geflogen. Im Rahmen der europäischen COMENIUS-Schulpartnerschaft  hatte eine polnische Schüler- und Lehrergruppe bereits im Frühjahr 2012 zehn Tage in Neunkirchen verbracht. Bei diesem ersten Treffen war das gemeinsame Projekt für zwei „elektropneumatisch gesteuerte Bohrvorrichtungen“ konzipiert und die „Arbeitsteilung“ festgelegt worden: Während die deutschen Berufsschüler die Hardware (Mechanik und Pneumatik) der beiden Anlagen bauen sollten, übernahm die Krakauer Gruppe den Einbau der elektrotechnischen Komponenten. Tatkräftige Unterstützung erhielten die Eberspächer-Azubis auch von ihrer Ausbildungswerkstatt, in der sie einige Dreh- und Frästeile für die Bohrvorrichtung fertigten. „Solche internationalen Projekte bringen die jungen Leute nicht nur fachlich und bei ihren englischen Sprachkenntnissen voran, sondern auch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung“, ist sich Christof Fery, Ausbildungsleiter bei der Eberspächer Exhaust Technology GmbH Neunkirchen sicher.

 

Nachdem die deutschen Schüler ihren Projekt-Part im Februar erfüllt hatten, wurden die beiden Anlagen nach Krakau geschickt. Beim Besuch der Neunkircher Gruppe konnten diese dann „in engagierter deutsch-polnischer Zusammenarbeit mit zwei verschiedenen SPS-Steuerungen ausgerüstet und in Betrieb genommen werden,“ erzählt Heinz Six, Berufsschullehrer am TGS BBZ. „Nun können beide Schulen die automatischen Bohrvorrichtungen im Unterricht einsetzen“, freut sich Six, der den Austausch maßgeblich mitorganisiert hat.

 

Doch nicht nur die technische Projektarbeit, sondern auch das umfangreiche Besuchsprogramm haben bleibende Eindrücke bei den Azubis hinterlassen – etwa der Besuch der ehemaligen Fabrik Oskar Schindlers sowie des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. „Wir haben viel über einander erfahren und unsere gegenseitigen Vorurteile abgebaut“, betont Stefan Feld. Zwischen den Lehrern und Schülern seien zahlreiche deutsch-polnische Freundschaften entstanden, ergänzt Berufsschullehrer Six: „Das Projekt war fachlich und menschlich für alle ein Gewinn.“