Absolventen der Sozialpflegeschule

Absolventen aus drei Klassen können sich über ihren Mittleren Bildungsabschluss freuen. Einige führt ihr Weg weiterhin in die Parkstraße, da sie sich für die Berufsfachschule Kinderpflege entschieden haben oder ihre Fachhochschulreife erreichen möchten.


Absolventen der Fachhochschulreife für Gesundheit und Soziales

Insgesamt 28 Absolventen und Absolventinnen freuen sich über ihre Fachhochschulreife Gesundheit und Soziales.


Nicht lange da, aber schon der Beste in der Klasse

Der geflohene Syrer Yahya Zatimah geht zielstrebig seinen Weg im Technisch-gewerblichen Berufsbildungszentrum Neunkirchen. Als zukünftiger Facharbeiter wird er in den saarländischen Betrieben dringend gebraucht.

Yahya Zatimah wurde 1998 in Daraa (Syrien) geboren . Die 7-köpfige Familie Zatimah musste 2013 wegen der kriegerischen Unruhen das Land verlassen. Damals ging Yahya in die 8. Klasse einer staatlichen Schule. Die Flucht führte die Familie zuerst nach Ägypten, wo Yahya 3 Jahre als Frisör arbeitete. Danach lebten sie 8 Monate in der Türkei. Yahya arbeitete dort 6 Monate in einem metallverarbeitenden Betrieb der Autozulieferindustrie. Die Familie begab sich danach zu Fuß auf den Weg nach Deutschland.

Angekommen im Saarland wurde Yahya 1 Monat in der „Freien Waldorfschule Bexbach“ beschult, bevor er zum Schuljahr 2016/2017 eine Willkommensklasse für geflohene Jugendliche im TGS BBZ besuchte. Aufgrund seiner guten Leistungen wechselte er Ende 2016 in das Berufsvorbereitungsjahr, welches Schüler und Schülerinnen auf den Hauptschulabschluss vorbereitete. Er fiel durch eine sehr hohe Lernbereitschaft, untadeliges Verhalten, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft auf. Anfängliche Sprachschwierigkeiten legte er immer mehr ab.

Am 23.06.2016 legte er mit einem Schnitt von 2,1 die Hauptschulabschlussprüfung als Klassenbester ab. Des Weiteren konnte er sich als einziger in der Klasse durch eine zusätzliche Sprachprüfung für den Übergang in die Gewerbeschule qualifizieren. Besonders hervorzuheben ist, dass Yahya den praktischen Teil der Hauptschulabschlussprüfung mit der Note „sehr gut“ bestanden hat.

Seine Pläne für die Zukunft sind eine Ausbildung im technisch-gewerblichen Bereich in den Fachrichtungen Metall-, Elektro- oder Heizungstechnik. Die Gewerbeschule möchte er dazu nutzen, weiteres technisches Wissen zu erwerben, seine Deutschkenntnisse zu verbessern und über Betriebspraktika seine Berufsorientierung fortzuführen.

 


Das Land braucht Leute wie diese

90 Maurer, Straßenbauer, Baugeräteführer, Tischler, Maler und Lackierer feierten nach drei Jahren Ausbildung am Technisch-gewerblichen Berufsbildungszentrum (TG BBZ) Neunkirchen ihren Abschluss

Handwerk hat goldenen Boden, weiß ein Sprichwort. Aber wen interessieren im 21. Jahrhundert noch Sprichwörter - und auch das Handwerk hat mit Imageproblemen zu kämpfen. Umso wichtiger ist es, junge Menschen, die sich trotzdem für diesen Weg entscheiden, darin zu bestärken. Weshalb es seit einigen Jahren die Abschlussfeier am Technisch-gewerblichen Berufsbildungszentrum Neunkirchen gibt. „Wir wollten die Zeugnisausgabe wertiger gestalten“, erinnert sich Oberstudienrätin Monika Hack vom Fachbereich Straßenbau, „nicht mehr so zwischen Tür und Angel abhandeln“. Am Donnerstag war es wieder so weit: 90 frisch gebackene Maurer, Straßenbauer, Baugeräteführer, Tischler, Maler und Lackierer erhielten im Rahmen einer Feierstunde mit Grillparty ihre Zeugnisse.

„Ihr habt euch in den letzten Jahren entwickelt, habt gelernt und Kompetenzen erworben, ihr seid zu Persönlichkeiten gereift - seid erwachsen geworden“, richtete Hermann Dejon, Vorsitzender der Fachkonferenz Holz, das Wort an die 86 jungen Männer und vier jungen Frauen des Abschlussjahrgangs. „Wir Lehrer durften euch bei all dem begleiten. Das war für uns eine große Verantwortung und Ehre.“

Wichtig war es Dejon zu vermitteln, dass man mit dem Erlernen eines Berufs auch eine hochwertige Bildung erwirbt. „Ihr seid keine Gymnasiasten und Abiturienten. Wir haben euch nicht geschult in Fremdsprachen, Literatur, nicht in Geschichte und nicht in höherer Mathematik. Aber ihr habt eine Bildung in eurem Beruf erworben. Ihr kennt eure Werkzeuge und Werkstoffe. Ihr beherrscht eure Maschinen“, fuhr der Pädagoge fort. „Ihr arbeitet unter allen denkbaren Witterungsbedingungen. Bei der körperlich oft harten Arbeit seid ihr stark und ausdauernd geworden. Am Bau und auf der Straße macht euch niemand etwas vor“ - was ein Abiturient kaum von sich sagen kann. „Liebe Schüler, ihr steht in unserem Ansehen ganz oben.“

Die besten jeder Fachrichtung wurden mit Sachpreisen ausgezeichnet. Bei den Malern und Lackierern hatten Tanja Schirra und Daniel Hauser mit einem Notendurchschnitt von jeweils 1,11 die Nase vorn. Erfolgreichster Tischler war Florian Kuhn (1,14). Bei den Straßenbauern erzielte Christian Schultheis (1,2) die besten Ergebnisse, bei den Baugeräteführern Leon Bormes (1,2). Bester des Jahrgangs war Julian Tuba, der seine auf ein Jahr verkürzte Maurer-Ausbildung im väterlichen Betrieb Tuba Bau Nohfelden mit einer glatten 1,0 auf dem Zeugnis abschloss. Tuba kann bereits ein Studium im Bereich der Verwaltungswissenschaften mit dem Abschluss Bachelor of Arts vorweisen. Für sein soziales Engagement erhielt außerdem Jan Zimmer einen Sonderpreis.

 

Bericht: Saarbrücker Zeitung von  Anja Kernig, 02. Juli 2016